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Mixed-Sport: gemeinsam auf dem Feld

Ich habe als Teenager in Liestal Volleyball gespielt, in einem reinen Damenteam. Das war super, aber die Jungs sah ich nur, wenn sie nach uns in die Halle kamen und ungeduldig an der Tür standen. Erst mit Mitte zwanzig bin ich in einem Mixed-Team gelandet. Und ich muss sagen: Das ist eine andere Welt.

In einem gemischten Team lernst du Leute anders kennen. Nicht beim Apéro, nicht über ein Profil, sondern beim Pass, der genau ankommt, oder beim Fehler, für den sich jemand sofort entschuldigt. Man sieht, wie jemand mit Druck umgeht. Wer fair ist. Wer beim Verlieren schmollt. Das ist ehrlicher als jedes erste Date.

Ultimate Frisbee

Mein Sport, deshalb zuerst. Ultimate wird mit einer Scheibe gespielt, sieben gegen sieben auf einem Rasenfeld. Ziel ist es, die Scheibe in der Endzone des Gegners zu fangen. Wer die Scheibe hat, darf nicht laufen, nur drehen und passen. Körperkontakt ist nicht erlaubt.

Das Besondere: Es gibt keine Schiedsrichter. Die Spielerinnen und Spieler pfeifen selbst, und das funktioniert über den sogenannten Spirit of the Game. Nach jedem Turnierspiel stehen beide Teams im Kreis und sagen sich gegenseitig, was gut war. Klingt kitschig. Ist es auch ein bisschen. Aber es sorgt dafür, dass man nach dem Spiel noch miteinander redet.

Im Mixed-Format ist das Verhältnis zwischen Frauen und Männern auf dem Feld geregelt, meistens vier zu drei oder drei zu vier, je nach Punkt. Niemand kann also «nur die Jungs» spielen lassen. In Basel gibt es mit Freespeed einen Ultimate-Club mit mehreren Teams, und daneben Gruppen an der Uni.

Mixed-Ultimate an einer Club-Weltmeisterschaft

Korfball

Korfball kommt aus den Niederlanden und wurde von Anfang an als gemischter Sport gedacht. Jedes Team hat acht Spieler, vier Frauen und vier Männer. Man wirft einen Ball in einen Korb, der auf einem Pfosten ohne Brett hängt. Dribbeln ist verboten, und du darfst nur gegen jemanden vom gleichen Geschlecht verteidigen.

Das klingt erstmal kompliziert, man versteht es aber schnell. In Basel gibt es einen Verein, der ausdrücklich Anfängerinnen und Leute aus dem Ausland willkommen heisst und auch auf Englisch trainiert. Wer neu in der Stadt ist und noch kein Deutsch spricht, findet dort sehr schnell Anschluss. Mehr zum Sport in der Schweiz steht beim Verband Swiss Korfball.

Mixed-Volleyball und Beachvolleyball

Volleyball ist für mich der Klassiker. Viele Basler Vereine haben neben ihren Ligateams ein Plausch- oder Mixed-Team, das an einem Abend pro Woche trainiert und in einer Freizeitliga spielt. Ideal für alle, die früher mal gespielt haben und wieder einsteigen wollen.

Im Sommer verschiebt sich vieles auf den Sand. Beachvolleyball wird zu zweit oder zu viert gespielt, und das Beachfeld ist ein sozialer Ort. Wer wartet, sitzt am Rand, schaut zu, und plötzlich fragt jemand, ob man ein Spiel zu viert machen will.

Badminton

Unterschätzt. Badminton ist schneller, als die meisten denken, und das Mixed-Doppel ist eine eigene offizielle Disziplin, sogar an Olympischen Spielen. Viele Clubs haben Plauschabende, bei denen die Paare gemischt werden. Du spielst also an einem Abend mit vier verschiedenen Leuten zusammen. Für mich als Physio übrigens ein dankbarer Sport: Die Schultern danken es dir, wenn du vorher richtig aufwärmst. Wenn nicht, sehen wir uns in der Praxis.

Tchoukball

Tchoukball ist eine Schweizer Erfindung. Der Genfer Arzt Hermann Brandt hat den Sport in den 1970er-Jahren entwickelt, weil er eine Ballsportart ohne Verletzungen wollte. Man wirft einen Ball auf ein schräges Trampolin, den Rahmen, und das andere Team muss ihn fangen, bevor er den Boden berührt. Körperkontakt gibt es keinen, Verteidigung im klassischen Sinn auch nicht.

In der Romandie ist Tchoukball recht verbreitet, in der Deutschschweiz deutlich seltener. Wer es in der Region Basel probieren will, schaut am besten auf der Website von Swiss Tchoukball nach, wo die nächsten Clubs trainieren. Ich habe es einmal an einem Sporttag gespielt und war erstaunt, wie schweisstreibend so ein harmlos aussehender Sport sein kann.

Unihockey als Plauschgruppe

Unihockey ist in der Schweiz riesig, und fast jede Gemeinde hat einen Verein. Spannend für Erwachsene sind die Plauschgruppen. Da spielen oft Frauen und Männer zusammen, ohne Liga, ohne Druck, einmal pro Woche in einer Turnhalle. Ein Stock kostet nicht viel, und Unihockey hat fast jeder in der Schule schon mal gespielt. Die Einstiegshürde ist also wiederrum sehr niedrig.

Warum gerade Mixed so gut funktioniert

Ich glaube, es liegt daran, dass niemand einen Grund braucht, um mit jemandem zu reden. Im Mixed-Team ist es völlig normal, nach dem Training mit dem Typen von der Verteidigung über den letzten Spielzug zu diskutieren. Niemand denkt sich etwas dabei. Freundschaften zwischen Frauen und Männern entstehen da fast nebenbei.

Und ja, manchmal wird mehr daraus. Ich spreche da aus Erfahrung, aber dazu mehr auf der Seite Sport und Dating. Wer jetzt Lust bekommen hat, findet konkrete Adressen in meiner Liste der Vereine in Basel.

 

Wer schreibt hier?
Nadia, Physiotherapeutin aus dem Kleinbasel. Volleyball, Ultimate, im Sommer im Rhein. Kein Verein, keine Werbung, nur Erfahrung.
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