Vereinssport-Notizen aus BaselKleinbasel, am Rhein
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Das erste Probetraining, ohne Stress

Ich habe in meinem Leben sicher fünfzehn Probetrainings gemacht. Volleyball, Ultimate, Rudern, einmal Lacrosse, einmal Kickboxen (nie wieder). Und jedes Mal hatte ich vorher das gleiche flaue Gefühl im Bauch. Dabei ist der erste Abend fast immer einfacher als gedacht.

Hier steht, was ich gelernt habe, egal ob du in Basel Korfball, Badminton oder Feldhockey ausprobieren willst.

Vorher: kurz schreiben statt einfach auftauchen

Ja, es gibt Vereine, bei denen du einfach in die Halle laufen kannst. Trotzdem schreibe ich vorher immer eine kurze Mail oder eine Nachricht über das Kontaktformular. Das hat drei Gründe. Erstens ändern sich Trainingszeiten, gerade in den Schulferien, wenn die Turnhallen zu sind. Zweitens weiss die Trainerin dann, dass jemand Neues kommt, und hat vielleicht einen Stock oder einen Schläger mehr dabei. Drittens kennt dich dann schon eine Person mit Namen, bevor du überhaupt da bist.

Was ich in so einer Nachricht frage:

  • Wann und wo ist das nächste Training, bei dem Neue willkommen sind?
  • Brauche ich eigenes Material, oder kann ich etwas leihen?
  • Wie viele Probetrainings sind gratis, und was kostet danach ein Jahr?
  • Gibt es eine Anfängergruppe, oder trainieren alle zusammen?
  • Bleibt man nach dem Training noch zusammen sitzen?

Die letzte Frage stelle ich wirklich. Die Antwort sagt mehr über einen Verein als jede Website.

In die Tasche

Die Liste ist kurz. Hallenschuhe mit heller Sohle, falls es in die Turnhalle geht, denn mit Strassenschuhen wirst du in Basel ziemlich sicher wieder rausgeschickt. Für draussen Turnschuhe oder Stollenschuhe, je nach Sportart. Eine Trinkflasche, ein Handtuch und etwas Warmes für nachher. Bei Rasensport im Herbst zusätzlich Ersatzsocken, glaub mir.

Was du nicht brauchst: teure Ausrüstung. Kauf nichts, bevor du nicht mindestens dreimal da warst. Ich habe noch einen Volleyball-Kniestrumpf im Schrank, den ich genau zweimal getragen habe.

Und als Physio sage ich es gern noch einmal: Kläre vorher, wie du gegen Unfall versichert bist. Wer angestellt ist und genug Stunden arbeitet, ist meist über den Job auch in der Freizeit versichert. Wer selbstständig, in Ausbildung oder in Teilzeit mit wenig Stunden ist, sollte nachschauen. Viele Vereine versichern ihre Mitglieder nämlich nicht selbst.

Im Training selbst

Komm zehn Minuten früher. Das ist vorallem für Schüchterne der wichtigste Tipp auf dieser Seite. Vor dem Training stehen alle locker herum, binden Schuhe, quatschen. Das ist die einfachste Zeit, um Hallo zu sagen. Wer pünktlich auf die Minute kommt, steht direkt im Aufwärmen und redet mit niemandem.

Stell dich der Trainerin vor und sag ehrlich, wie viel Erfahrung du hast. Niemand erwartet, dass du gut bist. Es ist sogar eher sympathisch, wenn du sagst: «Ich habe keine Ahnung, ich will es einfach probieren.»

Bei Partnerübungen nicht immer die gleiche Person nehmen. Wechsle ruhig ab, so lernst du in einem Abend fünf oder sechs Leute kennen statt einer.

Nach dem Training: der eigentliche Teil

Hier entscheidet sich, ob du nächste Woche jemanden kennst. Hilf beim Material wegräumen. Ernsthaft. Wer Netze abbaut oder Hütchen einsammelt, kommt automatisch ins Gespräch und wirkt sofort wie jemand, der dazugehören will.

Wenn danach noch jemand etwas trinken geht, geh mit. Auch wenn du müde bist, auch wenn du niemanden kennst. Eine halbe Stunde reicht. Bei meinem ersten Ultimate-Training bin ich nur aus Höflichkeit noch an den Rhein mitgekommen. Zwei der Leute von diesem Abend sind heute meine engsten Freundinnen.

Und wenn sich keiner um dich kümmert? Dann frag einfach: «Geht ihr noch irgendwo hin?» Das ist kein bisschen peinlich. Im schlimmsten Fall sagt jemand Nein, und du gehst heim wie sowieso geplant.

Welche Vereine es in der Stadt überhaupt gibt, habe ich auf der Seite Vereine in Basel gesammelt. Und wer bewusst Männer und Frauen im gleichen Team sucht, schaut bei Mixed-Sport.

Häufige Fragen zum Probetraining

Wie viele Probetrainings darf ich machen?

Das ist von Verein zu Verein verschieden. Viele lassen dich zwei oder drei Mal gratis mitmachen, manche auch länger. Frag einfach nach, das ist völlig normal.

Was, wenn ich die Schlechteste bin?

Dann bist du in guter Gesellschaft. Jede Spielerin im Team war mal neu. Gute Vereine haben Anfängerinnen gern, weil sie den Verein am Leben halten. Wenn du dich trotzdem schlecht behandelt fühlst, ist das ein Zeichen für den falschen Verein, nicht für dich.

Kann ich allein hingehen?

Unbedingt. Allein ist oft sogar besser. Mit einer Freundin redest du nur mit ihr. Allein musst du mit den anderen reden, und genau darum geht es ja.

Was kostet ein Vereinsbeitrag in Basel?

Das hängt stark von der Sportart ab, Hallensport mit Liga kostet mehr als ein Lauftreff. Ich nenne hier bewusst keine Zahlen, weil sie sich ständig ändern. Frag beim Verein nach dem aktuellen Jahresbeitrag und ob es einen Rabatt für Studierende gibt.

 

Wer schreibt hier?
Nadia, Physiotherapeutin aus dem Kleinbasel. Volleyball, Ultimate, im Sommer im Rhein. Kein Verein, keine Werbung, nur Erfahrung.
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