Vereinssport-Notizen aus BaselKleinbasel, am Rhein
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Sport und Dating: ehrlich gesagt

Ich mache es kurz: Ja, ich habe meinen Freund beim Sport kennengelernt. Nein, ich erzähle hier nicht die ganze Geschichte, er liest nämlich mit. Nur so viel: Es war ein Mixed-Turnier, es hat geregnet, und er hat mir im Final eine Scheibe weggeschnappt, die eigentlich mir gehörte. Ein Jahr später sind wir immer noch zusammen, und er behauptet bis heute, das sei ein sauberer Block gewesen.

Diese Seite ist trotzdem kein Liebesratgeber. Ich will eher erzählen, was ich in zehn Jahren Vereinssport beobachtet habe. Bei mir, bei Teamkolleginnen, bei Leuten aus anderen Clubs. Denn eines ist sicher: In jedem Verein entstehen Paare. Die Frage ist nur, wie man das macht, ohne dass es für alle anderen unangenehm wird.

Warum Sport ein guter Ort zum Kennenlernen ist

Beim Sport siehst du Menschen, wie sie wirklich sind. Verschwitzt, müde, manchmal frustriert. Keine Filter, kein perfektes Outfit. Du merkst schnell, wer im Team mithilft und wer nur auf seine eigene Statistik schaut, wer nach einem Fehler lacht und wer den Schläger auf den Boden knallt. Nach drei Monaten Training weisst du über jemanden mehr als nach fünf Dates.

Dazu kommt der Faktor Zeit. Im Verein musst du nichts überstürzen. Du siehst die Person jede Woche wieder, ohne dass einer von euch eine Einladung aussprechen muss. Das nimmt viel Druck raus. Man kann sich in Ruhe anfreunden, und wenn mehr daraus wird, dann wird halt mehr daraus.

Und ganz praktisch: Ihr habt sofort ein gemeinsames Hobby. Das ist kein Detail. Ich kenne Paare, die sich auf einer App kennengelernt haben und nach einem Jahr immer noch kein gemeinsames Wochenendprogramm gefunden haben.

Was gut funktioniert

Das Beste, was du tun kannst, ist erstmal ein normales Teammitglied zu sein. Komm regelmässig, hilf mit, sei freundlich zu allen. Wer nur ins Training kommt, um jemanden kennenzulernen, fällt auf. Wer einfach dabei ist und Spass hat, wird automatisch interessanter.

Gemeinsame Aktivitäten ausserhalb des Trainings sind ideal. Das Bier danach, der Ausflug ans Turnier, das Vereinsfest im Sommer. Da redet man anders als auf dem Feld, und es ist völlig normal, sich mal eine Stunde mit der gleichen Person zu unterhalten. Turniere mit Übernachtung sind übrigens ein Klassiker. Ich sage nur: Turnhalle, Schlafsäcke, sechzig Leute. Da entsteht einiges.

Wenn du jemanden magst, frag nach etwas Konkretem, das nichts mit dem Verein zu tun hat. Nicht «Kommst du nächste Woche wieder?», sondern «Ich will am Sonntag an den Rhein, hast du Lust?». So ist klar, dass es eine Einladung zu zweit ist, aber sie ist locker genug, dass ein Nein niemanden verletzt.

Was eher peinlich wird

Die Klassiker kenne ich alle. Der Typ, der jede neue Spielerin im ersten Training anspricht. Die Frau, die sich durch die halbe Herrenmannschaft datet. Der Trainer, der Probetrainings vorallem für sich selbst organisiert. Das gibt es leider in jedem Verein, und es ist der schnellste Weg, um einen schlechten Ruf zu bekommen.

Ganz schwierig wird es, wenn man zu früh zu viel will. In einem Verein siehst du die Person nächste Woche wieder, egal wie das Gespräch ausgeht. Wenn du jemanden nach dem zweiten Training um ein Date bittest und eine Absage bekommst, stehst du danach monatelang im gleichen Aufwärmkreis. Das kann man aushalten, aber es ist unnötig.

Auch heikel: Streit auf dem Feld. Ein Paar, das sich im Spiel anschreit, macht die Stimmung für alle kaputt. Ich habe schon erlebt, dass ein Mixed-Team fast auseinandergefallen ist, weil zwei sich getrennt hatten und plötzlich keiner mehr dem anderen den Ball passte.

Die ungeschriebenen Regeln im Verein

Über diese Regeln spricht niemand, aber jeder kennt sie. Die erste: Neue sind tabu, zumindest für eine Weile. Wer zum ersten Mal kommt, soll den Sport und das Team kennenlernen, nicht von drei Leuten gleichzeitig angeflirtet werden. Wenn wir neue Leute nach dem ersten Mal verjagen, sterben unsere Vereine aus.

Die zweite: Privates bleibt privat. Wenn ihr zusammen seid, müsst ihr das nicht im Training zeigen. Kein Knutschen am Spielfeldrand, kein Paarbonus bei der Teamaufstellung. Mein Freund und ich spielen inzwischen in verschiedenen Teams, und ehrlich gesagt ist das auch besser so.

Die dritte: Nach einer Trennung hat niemand das Recht, den anderen aus dem Verein zu drängen. Das ist hart, aber fair. Wenn es nicht mehr geht, sprecht miteinander, wer vielleicht eine Pause macht oder in eine andere Gruppe wechselt. Und lasst das Team aus dem Drama raus.

Die vierte, und die ist mir die liebste: Freundschaft geht vor. Die meisten Leute, die ich im Sport kennengelernt habe, sind gute Freunde geworden, und das ist mindestens genauso viel wert. Wer jede neue Bekanntschaft nur als mögliches Date sieht, verpasst den besten Teil des Vereinslebens.

Und wenn es im Verein nicht klappt?

Dann klappt es eben woanders. Sport ist kein Dating-Programm. Aber er macht dich zufriedener, gibt dir einen Freundeskreis und ein paar Geschichten, die du an einem ersten Date erzählen kannst. Wer daneben auch online sucht, findet meine Gedanken dazu unter Online-Dating in Basel.

Und wer erst einmal den richtigen Sport sucht: Die Seite über Mixed-Sport ist ein guter Anfang, und wie du beim ersten Training nicht verloren am Rand stehst, steht beim Probetraining.

 

Wer schreibt hier?
Nadia, Physiotherapeutin aus dem Kleinbasel. Volleyball, Ultimate, im Sommer im Rhein. Kein Verein, keine Werbung, nur Erfahrung.
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