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Vereinssport-Notizen aus BaselKleinbasel, am Rhein
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Basel draussen Lacrosse |
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Lacrosse, kurz und verständlich erklärtWenn ich erzähle, dass ich mal Lacrosse ausprobiert habe, kommt fast immer die gleiche Frage: Ist das dieses Ding mit dem Netz am Stock? Ja, genau das. Und es ist um einiges schneller und härter, als es von aussen aussieht. Ich schreibe hier als Zuschauerin, die einmal mitgespielt hat. Wer es genauer wissen will, sollte direkt beim Verband nachlesen. Aber für einen ersten Eindruck reicht das hier. Woher der Sport kommtLacrosse ist viel älter als Fussball oder Eishockey. Gespielt wurde es zuerst von indigenen Völkern Nordamerikas, an der Ostküste und rund um die Grossen Seen. Für sie war das Spiel nicht nur Zeitvertreib, sondern auch Ritual und Training für junge Männer. Manche Partien dauerten Tage und hatten Hunderte Teilnehmer. Den Namen haben französische Missionare mitgebracht. Der Jesuit Jean de Brébeuf beschrieb das Spiel 1634, und der gebogene Stock erinnerte ihn an einen Bischofsstab, auf Französisch eine «crosse». Daraus wurde la crosse und schliesslich Lacrosse. Später haben Kanadier die Regeln aufgeschrieben, und von dort kam der Sport nach Grossbritannien und in den Rest Europas. Ein Stock, ein Ball, viel LaufenDas Prinzip ist simpel. Jede Spielerin hat einen Stock mit einem kleinen Netz am Kopf, das man Pocket nennt. Damit fängt, trägt und wirft man einen harten Gummiball. Ziel ist das gegnerische Tor. Mit der Hand darf nur die Torhüterin den Ball berühren. Klingt nach Hockey, fühlt sich aber an wie eine Mischung aus Basketball und Handball. Es gibt Pässe über das ganze Feld, schnelle Konter und Spielzüge hinter dem Tor, was ich anfangs völlig verwirrend fand. Ja, man darf hinter dem Tor spielen. Das ist sogar eine der wichtigsten Zonen. Field, Box und SixesLacrosse gibt es in drei Hauptformen, und das sorgt bei Neulingen oft für Durcheinander. Field Lacrosse ist die klassische Variante auf einem grossen Rasenfeld, etwa so gross wie ein Fussballplatz. Bei den Männern stehen pro Team zehn Spieler auf dem Feld, bei den Frauen nach den internationalen Regeln ebenfalls zehn. Positionen sind klar verteilt: Angriff, Mittelfeld, Verteidigung, Tor. Box Lacrosse wird in einer Halle gespielt, oft in einer Eishalle ohne Eis. Pro Team sind fünf Feldspieler und eine Torhüterin dabei. Es ist enger, körperlicher und vor allem in Kanada sehr populär. Sixes ist die jüngste Variante. Sechs gegen sechs, also fünf Feldspieler plus Tor, auf einem kleineren Feld von etwa 70 mal 36 Metern. Es gibt eine Shot Clock von 30 Sekunden und vier Viertel zu je acht Minuten. Alle verteidigen, alle greifen an, Spezialisten gibt es kaum. Ich finde, das ist für Zuschauer die unterhaltsamste Form. Die genauen Unterschiede bei Feldgrösse, Spielzeit und Fouls habe ich auf der Seite mit den Regeln in eine Tabelle gepackt. Lacrosse an den Olympischen SpielenLacrosse war schon einmal olympisch, 1904 und 1908. Danach war es über hundert Jahre weg. Für Los Angeles 2028 hat das Internationale Olympische Komitee den Sport wieder ins Programm aufgenommen, zusammen mit Cricket, Flag Football, Squash und Baseball/Softball. Gespielt wird dort Sixes, bei den Frauen und bei den Männern. Das ist für einen kleinen Sport wie Lacrosse in der Schweiz eine riesige Sache. Mehr Aufmerksamkeit heisst mehr Leute, die ein Probetraining machen wollen. Und das ist gut so , denn Lacrosse lebt von genug Spielerinnen für ein ganzes Team.
Lacrosse in der SchweizIn der Schweiz ist Lacrosse eine Randsportart, aber eine erstaunlich lebendige. Der Dachverband heisst Swiss Lacrosse und organisiert die Ligen im Field, in der Box und inzwischen auch im Sixes, jeweils für Frauen und Männer, dazu eine Nachwuchsliga. Gespielt wird an Spieltagen in verschiedenen Städten, oft mehrere Partien an einem Wochenende. Auf der Website des Verbands gibt es eine Liste der Mitgliedvereine. Dort findest du Clubs aus mehreren Regionen, unter anderem aus Bern, Zürich, Winterthur und St. Gallen, und auch Basel ist vertreten. Ich nenne hier bewusst keinen einzelnen Verein, weil ich für keinen spreche und Trainingszeiten sich ändern. Schau am besten direkt bei Swiss Lacrosse nach, welcher Club in deiner Nähe ist, und schreib ihm eine Nachricht. Mein einziges TrainingEine Kollegin aus der Praxis hat mich mitgenommen. Ich bekam einen geliehenen Stock und einen Helm, der eindeutig für einen grösseren Kopf gemacht war. Die ersten zwanzig Minuten habe ich nur versucht, den Ball in der Pocket zu halten, während ich lief. Er ist ständig rausgefallen. Dann kam die Übung, bei der man den Ball über die Schulter wirft. Mein erster Wurf ging nach hinten, über den Zaun, auf den Parkplatz. Alle haben gelacht, ich am lautesten. Und genau das war der Moment, in dem ich dazugehörte. Seitdem weiss ich: Ein Missgeschick im ersten Training ist das beste Eisbrecher-Werkzeug überhaupt. Wie so ein erster Abend generell abläuft, beschreibe ich auf der Seite zum Probetraining. Ich bin danach beim Ultimate Frisbee geblieben, weil mir das Mixed-Format besser gefällt. Aber ich schaue mir seither jedes Lacrosse-Spiel an, das ich in der Nähe finde.
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Wer schreibt hier?
Nadia, Physiotherapeutin aus dem Kleinbasel. Volleyball, Ultimate, im Sommer im Rhein. Kein Verein, keine Werbung, nur Erfahrung. mehr über mich |