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Online-Dating in Basel, aus meiner Sicht

Diese Seite passt eigentlich nicht ganz zum Rest. Ich schreibe hier vor allem über Vereine und Sport als Weg, Leute kennenzulernen. Aber es wäre gelogen zu sagen, dass ich nie online gesucht habe. Zwischen zwei Beziehungen hatte ich gut eineinhalb Jahre lang mehrere Apps auf dem Handy. Manche Dates waren schön, manche lustig, eines war so schlecht, dass ich heute noch meine Freundinnen damit unterhalte.

Darum hier ein ehrlicher Überblick. Kein Ranking, keine Noten. Nur das, was ich selbst gesehen habe oder von Leuten aus meinem Umfeld kenne.

Tinder

Tinder kennt jeder, und in Basel ist es nach wie vor die App mit den meisten Leuten. Das ist Vorteil und Nachteil zugleich. Du siehst viele Profile, aber die Absichten sind sehr gemischt. Von «suche etwas Ernstes» bis «bin nur zwei Tage für die Messe in der Stadt» ist alles dabei.

Mein Eindruck: Tinder funktioniert gut, wenn du genau weisst, was du willst, und das auch schreibst. Wer nur Fotos hochlädt und nichts dazu sagt, bekommt Matches, aber selten gute Gespräche.

Hinge

Bei Hinge bin ich am längsten geblieben. Die App setzt auf Profile mit kurzen Fragen und Antworten, und man reagiert gezielt auf ein Foto oder einen Satz. Dadurch beginnen Gespräche nicht mit «Hey», sondern mit etwas Konkretem. Das gefällt mir.

In Basel ist Hinge etwas kleiner als Tinder, aber gerade bei Leuten zwischen 25 und 35 inzwischen recht verbreitet. Viele Expats nutzen es, was in einer internationalen Stadt wie Basel nicht überrascht. Die Firma wirbt übrigens damit, dass man die App irgendwann löschen soll. Das fand ich ehrlich.

Bumble

Bei Bumble liegt der erste Schritt bei heterosexuellen Matches traditionell bei der Frau. Ich fand das am Anfang befreiend, nach einer Weile aber auch anstrengend. Man muss dann nämlich wirklich jedes Gespräch eröffnen. Inzwischen hat die App die Funktionen etwas gelockert.

Für Frauen, die auf Tinder genug von ungefragten Nachrichten haben, ist Bumble einen Versuch wert. Die Auswahl in Basel ist allerdings kleiner.

Lovoo

Lovoo kommt aus Deutschland und zeigt dir vor allem Leute in deiner Nähe. In Basel heisst das: Du siehst auch viele Profile aus Lörrach, Weil am Rhein oder dem Elsass. Je nachdem, was du suchst, ist das ein Vorteil oder ein Ärgernis. Ich hatte die App nur kurz, sie war mir zu sehr auf Chatten ohne Ziel ausgelegt. Andere aus meinem Umfeld sehen das anders.

Zusammen.ch

Zusammen.ch ist eine Schweizer Plattform für Singles ab 50. Für mich also nicht das Richtige, aber ich erwähne sie trotzdem, weil meine Tante dort ihren Partner gefunden hat. Sie wollte nichts mit Swipen zu tun haben und war froh um eine ruhigere Seite, bei der es um längere Beziehungen geht. Wer also für Eltern oder Verwandte etwas sucht: Das ist eine Option.

Ein Wort zu Abos

Fast alle Apps kann man gratis nutzen, aber sie drängen dich früher oder später zu einem Abo. Das ist legitim. Aber pass auf eine Sache auf, die ich selbst erst beim zweiten Mal kapiert habe: Wenn du dein Profil löschst oder die App vom Handy wirfst, läuft ein bezahltes Abo trotzdem weiter. Die Kündigung ist ein eigener Schritt, oft über den App Store oder die Einstellungen im Konto. Ich habe so einmal zwei Monate für eine App bezahlt, die ich gar nicht mehr hatte. Teurer Fehler , aber lehrreich.

Sport im Profil: ja, aber richtig

Wenn du Sport machst, zeig es. Ein Foto vom Turnier oder vom Rhein sagt mehr als «sportlich» im Text. Bei mir haben Gespräche über Ultimate fast immer besser funktioniert als über Netflix. Aber bitte kein Foto, auf dem du nur mit Medaille posierst. Das wirkt eher wie eine Bewerbung.

Für das erste Treffen schlage ich gern etwas Aktives vor. Ein Spaziergang am Rhein, eine Runde in den Langen Erlen, im Sommer zusammen schwimmen. Da gibt es keine peinlichen Pausen, weil immer etwas passiert. Und falls es nicht passt, ist man nach einer Stunde wieder daheim, ohne dass jemand eine Rechnung teilen musste.

Mein Fazit nach eineinhalb Jahren

Apps sind ein Werkzeug, mehr nicht. Sie können gut funktionieren, vor allem wenn du wenig Zeit hast oder neu in der Stadt bist. Aber sie ersetzen kein soziales Leben. Die Leute, die ich über Apps getroffen habe, kannte ich einen Abend. Die Leute aus meinem Verein kenne ich seit Jahren.

Wer beides kombiniert, hat aus meiner Sicht die besten Chancen: online offen bleiben, und gleichzeitig jede Woche an einem Ort sein, wo man echte Menschen trifft. Wie das im Sportverein aussehen kann, steht unter Sport und Dating. Und welche Vereine sich dafür eignen, findest du bei den Vereinen in Basel.

 

Wer schreibt hier?
Nadia, Physiotherapeutin aus dem Kleinbasel. Volleyball, Ultimate, im Sommer im Rhein. Kein Verein, keine Werbung, nur Erfahrung.
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